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Singspiel von Rindern und Rosen
Mit einem poetischen und überaus reizvoll vorgetragenem Kinder-Singspiel «Fernando» begeisterten am Freitagabend Kinder der Jugendmusikschule Weinfelden rund 100 Zuschauer.
Etwas mehr als eine Stunde dauerte im «Trauben» der Zweiakter «Fernando», welcher dem gleichnamigen Bilderbuch von Munro Leaf nachempfunden ist. Die neun spielenden Kinder hatten am Musiktheaterkurs der Jugendmusikschule Weinfelden teilgenommen, welcher unter der Leitung von Katja Bolliger stand.
«Fernando» ist ein junger Stier, der lieber unter der Korkeiche liegt und an Blumen schnuppert, als mit Gleichaltrigen über die Weide zu tollen. Als er von einer Biene gestochen wird, «tobt» der Jung-Stier wie wild über die Wiese. Sein Pech will es, dass just dann Talentspäher in Sachen Stierkampf anwesend sind. Flugs wird der zahme Bulle in die Arena geschleppt, wo er sich bald niederlegt, um den Duft einzuatmen, der von den Blumen ausgeht. Das zuerst irritierte Publikum feiert schliesslich den «poetischen» Stier und führt somit die Geschichte zu einem glücklichen Ende.
Den Kindern war der grosse Einsatz anzusehen, denn sie hatten ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Nicht nur, dass sie Text und Schauspiel aufführungsreif darboten, sie mussten sich auch hinter der Bühne selbst organisieren und mehrmals umziehen. Begleitet von einer fünfköpfigen Band sangen die Kinder mal zusammen am Bühnenrand, dann wieder in kleineren Gruppen inmitten auf der Bühne. Den Kindern zuzuschauen und zuzuhören war erfrischend, zumal dem Stück nebst aller Poesie auch ein feiner Humor innewohnt, den die Kinder wunderschön zur Geltung brachten. Der kräftige Applaus war zweifelsohne mehr als verdient.
Thurgauer Zeitung vom 15. Mai 2006
Text: Christof Lampart
