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Jugendmusik und venezianische Poesie
Das Wirtepaar Olivia und Jürg Langer vom Gasthaus zum Trauben luden gemeinsam mit der Jugendmusikschule Weinfelden zum musikalischen Dinner Theater «Der Geigenbauer von Venedig» ein.
Venezianisches Flair aus farbigem Tüll und bemalten Masken auf den Tischen und in den Gängen begrüsste die je 90 Gäste am Donnerstag- und Freitagabend im Traubensaal. Auch die Servicebrigade kleidete und bemalte sich venezianisch.
In aufwendiger, über 100-stündiger Arbeit widmete sich Claudia Orlando aus Sulgen, als engagierte Mutter zweier Musikschülerinnen der stimmigen Dekoration und den Masken der Musikschüler, welche den zweiten Teil des poetischen Abends gestalteten. Zuerst aber wurde man mit Rospo di mare, Risotto con Radiccio rosso, Involtini di Vitello alla Veneziana und anderen Leckereien aus der Traubenküche auf die musikalische Inszenierung eingestimmt - da es sich mit vollem Magen besser geniessen lässt, meinte Olivia Langer.
Mit Hingabe agiert und musiziert
Nach 2 Stunden lukullischem Vergnügen tauchten venezianische Masken im Saal auf, fesselten den Blick der Zuschauer und lenkten das Geschehen auf die Bühne. Der Vorhang wurde gehoben, und zwei Querflötistinnen be- grüssten musikalisch mit einer Sonate von Quantz. Acht weitere sehr gute Vorträge von Musikschülerinnen und vor allem auch des Musikschülers wurden mit Geigen, Blockflöte und Klavier in die Geschichte des venezianischen Geigenbauers eingebaut. Man staunte über das teils grosse Können der jungen Leute. Es war sehr eindrücklich, mit welcher Hingabe die Masken ihre Figuren ausfüllten, den Blick stets auf den Musizierenden gerichtet, jeder Schritt mit der nötigen Eleganz gesetzt und stets in poetischer Ruhe agierend.
Ausgezeichnete Inszenierung
Elisabeth Burisch erzählte vom Geigenbauer, der mit dem Holz seines Lieblingsbaums ein wunderschönes Instrument baute. Für eine ausgezeichnete Inszenierung und eine ideenreiche, poetische Choreografie zeichnete Hubi Zweifel verantwortlich. Christiane Kegelmann-Brooke, die Geigenlehrerin war für die Musik zuständig und agierte zusammen mit anderen Musiklehrerinnen dezent und doch wirksam im Hintergrund des Bühnengeschehens.
Das Pünktchen auf dem i wären zum Beispiel nur italienische Kompositionen gewesen. Die Projektleitung übernahm Elizabeth Senn. Sie ist Co-Präsidentin des Fördervereins der Jugendmusikschule Weinfelden und hatte auch die ursprüngliche Idee zum Dinner Theater mit dieser Geschichte gehabt.
Thurgauer Zeitung vom 18. März 2006
Text: Regula Raas
