Frühlingskonzert der Harfenklasse 3. Mai 2006


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Ein Frühlingskonzert voller Überraschungen

Die Harfenklasse der Jugendmusikschule Weinfelden nahm am Frühlingskonzert die Besucher mit auf eine stimmungsvolle, musikalische Weltreise.

20 Harfen empfingen die rund 70 Konzertbesucher im Rathaussaal. Die 19 jungen Harfenistinnen und Harfenisten sowie ihre Lehrerin, Valérie Nufer-Secretan, sorgten gleich zu Beginn des Konzerts für eine erste Überraschung. Die Musizierenden begrüssten ihre Gäste nicht mit Harfenspiel, sondern einem originellen, gesungenen Kanon. «Wir haben den Rucksack schon gepackt und möchten Sie gerne auf unsere Weltreise mitnehmen», sagte Nufer-Secretan. Dabei begleiteten Sibylle Raths, Perkussion, Gitarrist Günter Mantei, Ursula Schmid am Kontrabass sowie Daniel Sidler, Klarinette und Sopransaxofon.

Die musikalische Reise begann mit einem Wälserli, einem Appenzeller Tanz. Dann schwenkten die Musiker nach Norden, nach England und Irland. Wunderschön wurden die melancholisch-mystischen Weisen intoniert. Mit einem sehr melodiösen Zwischenhalt in der Bretagne, der einen eintauchen liess in die vom Meer geprägte Region, ging die Reise weiter nach Osten.

Russland, Albanien, Griechenland und Mazedonien hiessen die nächsten Stationen. Man hätte die Augen schliessen können. Unverkennbar waren Melodien und Rhythmen diesen Ländern zuzuordnen. Das «vielsaitige» warme Harfenspiel wurde wunderschön ergänzt durch sehnsüchtige oder tänzerisch übermütige Klarinetten- und Sopransaxofonweisen. Raths untermalte gefühlvoll mit passender Perkussion. Die Reise bot aussergewöhnlichen Hörgenuss. Doch nicht genug. Japan waren die nächsten Stücke gewidmet, wovon das eine besonders lieblich und frühlingshaft klang. Es war, als würde der Wind Kirschenblüten durch den Saal wehen.
Lustig und erdig tragend tönten Tanz- und Arbeitslied aus Afrika. Schliesslich flogen die Musizierenden übers Meer, liessen mit dem Brasil-Stück Rosa Amarela südamerikanische Lebenslust erklingen. «Las Mananitas», eine mexikanische Melodie, tönte wie ein liebvolles Gute-Nacht-Lied. Die Harfen kamen sehr schön zur Geltung. Zurück in der Schweiz, stand das Guggisberglied auf dem Programm, ein weiterer Höhepunkt.
Nach einem letzten Appenzellertanz verabschiedeten sich die Musizierenden gesanglich, mit dem Dialekt-Rap «Also gömmer». Das Publikum wollte sie aber so schnell nicht gehen lassen, spendete lang anhaltenden Applaus und Bravorufe und durfte dann eine Zugabe geniessen.

Thurgauer Zeitung vom 5. Mai 2006
Text: Beatrice Müller