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Die Sorgen eines Regenwurms
Bruno Hächler und Sandra Merk gaben am Sonntag in der Musikschule Weinfelden ein Kinder- und Familienkonzert. Ihr neustes Album «Langi Ohre» wurde kürzlich mit dem «Lollipop-Award» ausgezeichnet.
Die Aula der Musikschule Weinfelden war am Sonntag mit rund 100 Personen gut gefüllt. Vor der Bühne kauerten Kinder auf roten Gummimatten, auf den Stühlen dahinter hatten es sich vor allem Erwachsene bequem gemacht. Kurz nach 16 Uhr starteten die beiden Musiker Bruno Hächler und Sandra Merk das Kinder- und Familienkonzert, dessen fröhliche und eingängige Lieder das Publikum schnell in ihren Bann ziehen konnten. In den Mundarttexten übernahmen meist Tiere die Rollen der Hauptakteure. Ein Maikäfer nahm die Zuhörer mit auf einen Flug vorbei an den ersten Kirschblüten des Frühlings. Man erfuhr vom beschwerlichen Leben des auswanderungswilligen Regenwurms Wladimir, der, nachdem er sich bis nach Neuseeland durchgegraben hat, angesichts eines Kiwis beschliesst, sogleich den Heimweg anzutreten. Oder vom Nasenaffen, der sich seiner Nase schämt, sie gar mit einem Tuch verdeckt, letztendlich aber feststellt, dass er ohne sie nur ein gewöhnlicher Affe wäre.
Klatschen, tanzen und singen
Die manchmal poetischen Texte wie auch die Musik stammen aus der Feder von Bruno Hächler. Der Winterthurer, welcher auch als Bilderbuchautor tätig ist, übernahm den Leadgesang und die Kommunikation mit dem Publikum, während Sandra Merk nur selten, dafür wirkungsvoll Backing-Vocals einstreute. Die junge Frau verstärkte mit ihrem Bassspiel die treibende Rhythmik der Lieder und verlieh ihnen mehr klangliche Tiefe. Bühnenpartner Hächler vermochte mit Schlägen auf den Körper seiner akkustischen Gitarre den Rhythmus zu unterstützen. Sein einige Male in den Refrains angestimmter non-verbaler Gesang schuf weitere klangliche Facetten. Den Kindern gefiel das Gebotene: Enthusiastisch klatschten, sangen oder tanzten sie bei einigen Stücken mit. Die älteren Zuhörer wippten mit den Füssen und klatschten zeitweise ebenfalls mit, schimmernde Augen liessen aufkommende Kindheitserinnerungen vermuten.
Bruno Hächler, der seit sieben Jahren Kinderlieder spielt, ist vor allem von der Vorstellungskraft und Ehrlichkeit der Kinder begeistert. Kinder eine Stunde bei der Stange zu halten sei schwierig, dafür seien sie sehr dankbar und begeisterungsfähig. Mit seinen Texten wolle er vor allem die Fantasie der Kinder anregen, ihnen aber auch Werte mitgeben.
Kinder stimmten für «Langi Ohre»
Das neuste Werk «Langi Ohre», an dem neben Sandra Merk noch weitere Musiker beteiligt sind, wurde vor einer Woche mit dem «Lollipop Award» ausgezeichnet. Eine Fachjury war bei diesem Wettbewerb für die Nominierung der Künstler zuständig, die Gewinner wurden aber von Kindern bestimmt. «Langi Ohre» setzte sich dabei in seiner Kategorie überraschend gegen Werke bekannterer Künstler wie Linard Bardill oder Andrew Bond durch.
Thurgauer Zeitung vom 21. März 2006
Text: Patrick Haller
