Baubeginn Ringstrasse, Freitag 17. Februar 2006


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Kinder führten Spatenstich aus

Vor kurzem hat der Umbau der Villa Ringstrasse 4 für die Zwecke der Jugendmusikschule Weinfelden begonnen. Die Stiftung als Trägerin der Jugendmusikschule hat bisher rund 900 000 Franken gesammelt.

Für ihr neues Domizil lässt die Jugendmusikschule Weinfelden eine Villa an der Ringstrasse 4 umbauen und erweitern. Für den symbolischen ersten Spatenstich, der gestern Freitag begangen wurde, hatte sich Armin Huber, Präsident der Baukommission, etwas Besonderes einfallen lassen: Für einmal posierten nicht die Mitglieder der Baukommission für die Fotografen, sondern ein knappes Dutzend Kinder, denn es handelt sich beim Bauvorhaben ja um eine Investition für die Jugend.

Dafür mussten beziehungsweise durften sich die Kinder knallrote Schutzhelme, wie sie Bauarbeiter tragen, aufsetzen. Ein Mädchen hatte keine Freude an diesem Teil des Programms. «Müemer da aalegge?», fragte es seine Mutter. Es musste. Doch bevor es so weit war, sorgten die Kinder unter der Leitung von Thomas Halter noch für die musikalische Einleitung der Feier. Symbolisch war der Spatenstich insofern, als die Bauarbeiten schon vor einigen Tagen begonnen haben.

«Schmerzliche Einsparungen» nötig

Ernst R. Anderwert, Präsident des Stiftungsrats, versprach, dass man keinen Franken mehr ausgeben werde als bisher gesammelt. Gemäss Anderwert hat die Stiftung durch die verschiedensten Aktionen 900 000 Franken für den Umbau aufgetrieben. Ursprünglich hätte die Stiftung eine Million Franken an die Baukosten von 2,4 Millionen beitragen sollen. «Schmerzliche Einsparungen» seien nötig gewesen. Man habe den Komfort reduzieren müssen, räumte Anderwert ein. Natürlich wird die Stiftung ihre Bemühungen um weitere Spenden jetzt nicht einstellen, denn wenn sie weitere Geldmittel auftreiben kann, verbilligt das den Betrieb der Jugendmusikschule. Das vorliegende Bauprogramm lasse sich jedoch mit den vorhandenen Geldmitteln realisieren, versicherte Anderwert der TZ. Der Stiftungsrat habe aber beschlossen, mit den Bauarbeiten zu beginnen, damit das neue Domizil fertig ist, wenn die Jugendmusikschule ihre Räumlichkeiten an der Falkenstrasse verlassen muss.

Wie Anderwert verriet, betrug die kleinste Spende 2,75 Franken, die grösste dagegen mehrere Zehntausend Franken. Darüber hinaus hofft Anderwert darauf, dass Handwerker als indirektes Sponsoring die Arbeiten günstig offerieren. Besonders dankte er der Gemeinde Weinfelden, die das Objekt gekauft hatte. Die Jugendmusikschule hat von der Gemeinde ein Baurecht zu sehr günstigen Bedingungen erhalten. Das Baurecht beweise zudem, dass alles mit rechten Dingen zugehe und stelle eine grosse Hilfe bei der Geldsammlung dar, betonte Anderwert.

Dem bestehenden Gebäude ein Herz geben

Werner Keller erläuterte das Konzept des Umbaus. Im Altbau finden das Sekretariat und die Leitung der Jugendmusikschule Platz. Die Übungsräume für Bands und Schlagzeuger kommen ins Untergeschoss. In einem Teil des Gebäudes werden die Bauarbeiter eine Zwischendecke entfernen, sodass das Gebäude ein «Herz» (Keller) erhält. Besucher, die Räume im Obergeschoss betreten, werden über eine kleine Brücke gehen und von oben in die Musikräume im Hochparterre schauen können. Der Tanzraum wird Fensterschlitze erhalten, sodass man vom Gang hineinsieht. Neben den Unterrichtsräumen gibt es natürlich auch noch Lehrerzimmer. (mkn.)

Thurgauer Zeitung vom 18. Februar 2006
Text: Martin Knöpfel