Soirée Classique


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Bilder: Stephan Scheurer

Hochkarätiges Konzert für Nachwuchs

In einem weiteren Benefizkonzert zu Gunsten der Stiftung Jugendmusikschule begeisterten im Rathaus drei vielfach ausgezeichnete Musikerinnen mit einer «Soirée classique» rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer.

Mit einer exzellenten Darbietung wurde am Freitag im Rathaussaal die Reihe von Benefizkonzerten zu Gunsten der Stiftung Jugendmusikschule Weinfelden und der Errichtung des neuen Domizils an der Ringstrasse 4 fortgesetzt.

In einer «Soirée classique» spielten Elisabeth Tanner, Klavier, Verena Weber, Klarinette, und Katharina Kühne, Violoncello, eigens für ihre Instrumente komponierte Werke von Ferdinand Ries (1784-1838), Ludwig van Beethoven (1770-1827), Max Bruch (1835-1920) und Astor Piazzolla (1921-1992).

Versierte Solistinnen

Die drei mit diversen Preisen und Stipendien ausgezeichneten Solistinnen haben in Konzertengagements in vielen Ländern reiche Erfahrungen gesammelt und boten am Samstagabend einen entsprechend versierten Auftritt. Ihr hochkarätiges Spiel lieferte einmal mehr auch einen Nachweis für die hohe Unterrichtsqualität an der hiesigen Jugendmusikschule. Elisabeth Tanner und Verena Weber unterrichten neben anderen Lehraufträgen auch in Weinfelden.

Mit der gebürtigen Wienerin Katharina Kühne, Tochter des bekannten Cellopädagogen Tobias Kühne, als Dritte im Bunde verfügt das Trio ebenfalls über mehrere Jahre gemeinsamer Konzerterfahrung. Und so kamen die rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer im Rathaussaal in den Genuss eines gefestigten, einfühlsamen und virtuosen Zusammenspiels. Die warme Atmosphäre dieses Saales liess die Klangfarben der drei Holzinstrumente besonders gut zur Geltung kommen.

Wechselnde Stimmungen

Das Repertoire bot anregende Abwechslung. Dem Spannungsbogen zwischen lieblicher Heiterkeit und grollender Dramatik im Klaviertrio op. 28 von Ferdinand Ries folgte Ludwig van Beethovens klarer strukturierte, aber nicht minder dynamische Komposition im Klaviertrio in B-Dur, op. 11. Deren Interpretation wurde vom Publikum mit auffallend frenetischem Applaus goutiert.

Nach der Apéropause setzten die drei Musikerinnen ihr Spiel mit Auszügen aus Max Bruchs acht Stücke op. 83 fort. Es klang vorerst besinnlich, gar etwas betrübt und grüblerisch, bevor sich die Stimmung im Allegro agitato wieder in ausgelassene Festlaune verwandelte.
Mit zwei Tangos von Astor Piazzolla erzeugten die drei Musikerinnen zum Schluss eine geheimnisvoll dunkle Spannung, bevor sie sich in der Zugabe in einem kurzen Stück mit aufmunternder Heiterkeit vom begeisterten Publikum verabschiedeten.
Für einmal gewürdigt sei hier zuletzt auch der zwar unverzichtbare, allgemein aber unerwähnt bleibende Einsatz einer «Hilfskraft»: Das Umblättern der Klaviernoten besorgte Elisabeth Tanners ehemalige Schülerin Christine Lehmann.

Thurgauer Zeitung vom 29. August 2005
Text: Stephan Scheurer